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Auenverbund Wetterau - Erstes hessisches Auenschutzgebiet wird 20 Jahre alt

17.12.2009 - Pressemitteilung
Biotopschutz inmitten der ausgeräumten Wetterau
 

Naturnahe Fließgewässer und ihre Auen sind Lebensadern der Landschaft und erfüllen wichtige Funktionen im Naturhaushalt. Aus diesem Grund hatte das Regierungspräsidium in Darmstadt im Jahr 1989 die Fluss- und Bachläufe in der Wetterau mit ihren Überschwemmungsflächen zum Landschaftsschutzgebiet „Auenverbund Wetterau“ erklärt.

Das Auenschutzgebiet erstreckt sich vom Kreis Gießen über den Wetteraukreis bis in den Main-Kinzig-Kreis hinein und umfasst eine Fläche von ca. 7400 ha. Die Schutzgebietsverordnung wird am kommenden Sonntag (20. Dezember), 20 Jahre alt und hat sich hervorragend bewährt. Die für den Naturraum typische Auenlandschaft wurde dadurch in ihrem Bestand gesichert und hat sich seither gut entwickelt. Aus Anlass des Jubiläums findet am 9. Februar 2010 Uhr in Friedberg eine Festveranstaltung des Wetteraukreises statt.

„Mit dem Auenverbund Wetterau wurde erstmals in der Bundesrepublik ein Verbund von Feuchtbiotopen auf großer Fläche realisiert. Das Biotopverbundsystem war damals auch in Europa einmalig“, erklärte Regierungspräsident Johannes Baron. Auf Basis einer Vorstudie des Forschungsinstitutes Senckenberg ging die Initiative zur Unterschutzstellung des Auenverbundes maßgeblich von der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) aus. Für ihre richtungweisende Pionierarbeit erhielt die HGON neben dem deutschen auch den europäischen Umweltpreis.

Das Regierungspräsidium hatte die Initiative der Naturschützer aufgegriffen und in Zu-sammenarbeit mit der Staatlichen Vogelschutzwarte, den Kreisbehörden, Kommunen, Landwirten und ehrenamtlichen Naturschützern die Schutzverordnung erlassen. Hessens erstes Landschaftsschutzgebiet mit besonderer Prägung war Startschuss für weitere Auenschutzzonen in Hessen, so an Kinzig, Fulda und Eder.

Seither ist in der landwirtschaftlich intensiv genutzten Wetterau für den Schutz und die Verbesserung der Auenlebensräume viel getan worden, so das Regierungspräsidium. Insbesondere die Naturschutzbehörde des Kreises hat zusammen mit dem Naturschutzfonds Wetterau und den Kommunen mit einer Vielzahl von Maßnahmen die Feuchtflächen weiter aufgewertet und die Attraktivität für die Vogelwelt gesteigert. So wurden Bachläufe renaturiert und Flachwasserteiche angelegt.  Unzählige weitere Projekte zur Verbesserung der Lebensbedingungen für Tiere und Pflanzen sind geplant.

Vor allem aber auch der hessenweit vorbildlichen Zusammenarbeit mit den Landwirten sei es zu verdanken, dass mit dem Braunkehlchen, dem Wachtelkönig und der Schafstelze noch typische Wiesenvögel in den Auen anzutreffen seien. Verträge mit Landwirten zur Extensivierung der Nutzung trügen dazu bei, dass auch der seltene, stark im Rückgang begriffene Große Brachvogel in der Wetterau noch vorkomme. Inzwischen ist die Wetterau die einzige Region in Hessen, in dem die stark gefährdete Art mit dem auffällig gebogenen Schnabel noch anzutreffen sei.

Mittlerweile zählen die Auen von Horloff, Wetter, Nidda und Nidder mit den Tagebauseen zu einer der bedeutendsten Regionen der europäischen Vogelwelt. So wurde ein großer Teil des Auenverbundes inzwischen vom Land Hessen als Vogelschutzgebiet unter europäischen Schutz gestellt. Sogar der Biber ist hier inzwischen heimisch geworden.

Um den Erholungssuchenden die Vielfalt und Schönheit einer intakten Auenlandschaft zugänglich zu machen, wurden eigens Naturschutzwarte ausgebildet, die auf die Einhaltung der Schutzvorschriften achten und zugleich Helfer und Ansprechpartner für die Besucher sind. Damit die herausragende ökologische Bedeutung des Auenverbundes auch in Zukunft gewahrt bleibt, plant das Regierungspräsidium im kommenden Jahr mit einer Anpassung der Schutzverordnung den Entwicklungen der vergangenen Jahre Rechnung zu tragen.  


Pressestelle: Regierungspräsidium Darmstadt
Pressesprecher: Gerhard Müller
Telefon: 06151-125412E-Mail: pressestelle@rpda.hessen.de



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