30.11.2009 - Pressemitteilung
Ein neues innovatives Verfahren zur Sanierung des Grundwassers im Industriegebiet Frankfurt a.M. -Seckbach hat jetzt die Abteilung Arbeitsschutz und Umwelt Frankfurt des Regierungspräsidiums Darmstadt genehmigt.
Im Industriegebiet Seckbach waren in der Vergangenheit verschiedene Industrieunternehmen ansässig. Die intensive industrielle Nutzung hat im Boden und Grundwasser ihre Spuren hinterlassen. So wurden am Standort einer ehemaligen Lackfabrik im Industriegebiet durch den unsachgemäßen Betrieb größere Mengen an Lacklösemitteln und andere Chemikalien in Boden und Grundwasser eingetragen. Durch vertiefende Untersuchungen wurden extreme Verunreinigungen vor allem an leicht flüchtigen Kohlenwasserstoffen (BTX) nachgewiesen. Das Grundstück musste wegen der Sanierungsbedürftigkeit vom Regierungspräsidium zur Altlast erklärt werden.
Der Sanierungspflichtige hat nun ein mehrstufiges Sanierungskonzept vorgelegt. Hauptbestandteil dieses Sanierungskonzeptes ist eine sogenannte In-Situ-Sanierung. Mit diesem Verfahren werden die Verunreinigungen im Boden und Grundwasser vor Ort beseitigt, ohne dass der Schadensherd ausgebaggert werden muss. Bei der hier eingesetzten In-Situ-chemischen Oxidation (ISCO) handelt es sich um ein Verfahren, bei dem die Schadstoffe im Untergrund durch Einbringen eines Oxidationsmittels über Infiltrationspegel auf chemischem Wege vor Ort - vergleichbar einer kalten Verbrennung - zerstört werden. Da neben der vorhandenen Kontamination von den früher in der Lackfabrik verwendeten Lösemitteln, auch alle anderen oxidierbaren Stoffe, z. B. auch die geogenen organischen Bestandteile des Bodens - an der chemischen Reaktion beteiligt sind - musste vor Beginn der Sanierung erst das geeignete Oxidationsmittel ermittelt werden.
Durch Vorversuche im Labormaßstab und durch einen, wegen des Eingriff in das Grundwasser, von der Behörde genehmigten Feldversuches, wurden dann neben dem geeigneten Oxidationsmittel auch die standortspezifischen Rahmenparameter ermittelt. Das Ergebnis zeigt, dass die generelle Machbarkeit des Sanierungsverfahrens gewährleistet ist, somit konnte Frankfurter RP-Abteilung grünes Licht für die Sanierung geben.
Neben dieser Sanierung werden derzeit vom Regierungspräsidium noch weitere innovative In-Situ-Verfahren im Seckbacher Industriegebiet, wie beispielsweise ein Pilotversuch zur mikrobiologischen Schadstoffentfrachtung mit standortfremden Organismen, fachlich begleitet und behördlich überwacht.
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