23.02.2010 - Pressemitteilung
Das Regierungspräsidium Darmstadt lässt auf der ehemaligen Deponie Eisert Baggerschürfe erstellen, um nähere Erkenntnisse über die dort abgelagerten Abfälle zu erhalten. Bis Anfang der 70er Jahre wurden in den ehemaligen Kiessee unmittelbar am Main Haushalts- und Industrieabfälle aber auch Erde und Bauschutt in großen Mengen verkippt. Die so entstandene Altlast liegt zu einem großen Teil im Grundwasser und verfügt bisher nicht über eine Sicherung. Das Regierungspräsidium hat daher die HIM-ASG aus Biebesheim beauftragt, verschiedene Varianten für die vorgesehene Sanierung zu prüfen.
Wir hatten durch die Auswertung von alten Luftbildern und anderen Dokumenten die Hoffnung, dass in bestimmten Bereichen nur gering belastetes Material verfüllt wurde. Sollten die neuen Untersuchungen das bestätigen, ergeben sich hierdurch Handlungsspielräume bei der Sanierung, die zu nicht unerheblichen Kostensenkungen führen können, erläuterte Thomas Zimmermann, bei der Frankfurter RP-Abteilung zuständig für die Sanierung der Altdeponie, das Vorgehen.
Zumindest für den östlichen Bereich hat sich die Hoffnung jedoch nicht bestätigt. Bereits nach der ersten Inaugenscheinnahme lässt sich feststellen, dass hier kein gering belastetes Material im Boden liegt. In einem größeren, im Südwesten gelegenen Bereich, der den älteren Bürgern aus der Umgebung noch als Ami-See bekannt sein dürfte, scheint allerdings in der Tat hauptsächlich Bodenmaterial und Bauschutt mit abgelagert worden zu sein. Erst die nun veranlassten Laboranalysen werden zeigen, ob eventuell größere Schadstoffmengen enthalten sind.
Das Graben auf Altablagerungen, insbesondere wenn mit hochbelasteten Industrieabfällen zu rechnen ist, birgt immer Überraschungen und ist nicht ganz ungefährlich. Vor allem Gasaustritte können das eingesetzte Personal gefährden. So müssen die eingesetzten Bagger über eine speziell klimatisierte Fahrerkabine verfügen. Dieter Bohlen, zuständiger Projektleiter der HIM-ASG, die hessenweit die Altlastensanierung des Landes durchführt, ist dennoch sehr zufrieden mit dem Verlauf: Der Zeitraum für die Durchführung der Arbeiten ist nicht zufällig. Die geringen Temperaturen sorgen in dieser Jahreszeit für eine geringere Gasentwicklung und durch den gefrorenen Boden kommt der Bagger schneller voran und richtet wenig Schaden an.
Die alsbald vorliegenden Ergebnisse werden anschließend von den Ingenieurbüros ISK aus Rodgau und ARCADIS aus Darmstadt ausgewertet und münden in eine Variantenstudie, mit der die kostengünstigste Sicherungsvariante ermittelt werden soll. Eine Variante, die aber geringe Belastungen voraussetzt, wäre die Umlagerung des Verfüllmaterials aus dem Bereich des ehemaligen Ami-Sees auf die eigentliche Altdeponie. Die dann kompaktere Altlast ließe sich dadurch kostengünstiger sichern.
Daten zur Altdeponie:
Lage: Am rechten Mainufer,etwa 500m Unterhalb der Staustufe Großkrotzenburg Zeitraum der Verfüllung: 1950er bis 1970er Jahre Größe der Deponie: ca. 88.000 m²
Volumen: ca. 700.000 m³ Ablagerungstiefe: im Mittel 8,5 m
Abgelagerte Abfälle: Haushaltsabfälle, Abfälle aus chemischer und metallverarbeitender Industrie, Bodenaushub, Bauschutt
Finanzierung: Hessischen Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Genehmigung: Regierungspräsidium Darmstadt (Projektleitung);
Sanierungsplanung: HIM-ASG, Biebesheim (Projektsteuerung); ISK Ingenieurgesellschaft für Bau- und Geotechnik mbH, Rodgau (Planung); ARCADIS Consult GmbH, Darmstadt (Planung)
Pressestelle:
Regierungspräsidium Darmstadt
Pressesprecher: Gerhard Müller
Telefon: 06151-125412
E-Mail:
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