10.12.2009 - Pressemitteilung
Ergebnisse eines Pilotprojekts zur landwirtschaftlichen Beregnung vorgestellt Anlässlich eines Informationsaustausches zwischen landwirtschaftlichen Berufsvertretern und dem Regierungspräsidium Darmstadt in Griesheim bei Darmstadt hat Regierungspräsident Johannes Baron die Ergebnisse eines Pilotprojekts zur landwirtschaftlichen Beregnung vorgestellt. Das Projekt war bei einem Treffen vor ca. 2 Jahren vereinbart worden. Mein besonderer Dank gilt denjenigen Landwirten, die sich zur Teilnahme an dem Projekt bereit erklärten und ihr Wissen und ihre Erfahrung mit einbrachten, äußerte Regierungspräsident Johannes Baron.
Im Pilotprojekt ging es darum, verschiedene Methoden zur Mengenmessung des landwirtschaftlichen Beregnungswassers zu vergleichen. Dabei stand im Fokus, die für Landwirte und Überwachungsbehörde ausreichend genaue und pragmatische Erfassung der zur Bewässerung verwendeten Grundwassermengen zu ermitteln. Das Ergebnis liegt nun in Form einer Broschüre vor. Als exakteste und effizienteste Methode zur Erfassung und Überwachung der Beregnungswassermengen hat sich der Einsatz von Wasserzählern herausgestellt.
Das Regierungspräsidium wird daher bei der Neuregelung und Anpassung wasserrechtlicher Zulassungen für die Landwirtschaft künftig den Einbau von Wasserzählern standardmäßig fordern. Damit wird auch einer seit längerem geforderten Gleichbehandlung mit anderen Grundwassernutzern entsprochen.
Ein weiteres Thema des Treffens war die Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Die Landwirte befürchten Bewirtschaftungsauflagen und sehen betriebliche Anpassungsmöglichkeiten insbesondere entsprechend sich ändernder Markterfordernisse gefährdet, so der Vizepräsident des Hessischen Bauernverbandes Armin Müller. Regierungspräsident Johannes Baron machte hierzu deutlich, dass die betroffenen Landwirte bei der Festlegung der konkreten Maßnahmen beteiligt werden.
Was den derzeitigen Entwurf des Regionalplans Südhessen und des Regionalen Flächennutzungsplans angeht, befürchtet die Landwirtschaft Nutzungseinschränkungen u.a. durch die Ausweisung weiterer Siedlungsflächen für Wohn- und Gewerbegebiete, Waldzuwachsflächen oder Vorrangflächen für Hochwasserschutz. Regierungspräsident Johannes Baron zeigt Verständnis, machte aber auch deutlich, dass gerade in Südhessen die Flächenkonkurrenz unterschiedlicher Nutzungsansprüche besonders hoch ist. In den weiteren Beratungen zur Fortschreibung der Pläne wird dieses Thema sicher noch eine wichtige Rolle spielen, meinte Baron.
Bei der Bekämpfung von Tierseuchen konnte die Veterinärverwaltung in den letzten Jahren laut Baron erhebliche Erfolge verzeichnen. So ist Deutschland nach 25 Jahren der Impfung von Füchsen seit 2008 endlich frei von Tollwut. Und auch nach dem dramatischen Seuchenzug der Blauzungenkrankheit bei Rindern, Schafen und Ziegen in 2007, der mit erheblichen Verlusten einherging, konnte durch die Einführung der veterinärbehördlich organisierten Pflichtimpfung ab 2008 eine deutliche Entspannung der Lage erreicht werden. In 2009 sind überhaupt keine neuen Fälle mehr aufgetreten.
Angesichts der anstehenden Bundesratsentscheidung zur Fortführung dieser Impfung am 18. Dezember erklärte Baron: Wir haben die Dramatik des Seuchenzuges in Hessen miterlebt und sind deshalb der Meinung, dass die Impfpflicht gegen die Blauzungenkrankheit auch in 2010 beibehalten werden sollte. Ansonsten droht ein erneutes Aufflammen der Tierseuche und zudem können die für die Impfstoffbeschaffung vorgesehenen Finanzhilfen der EU nicht ausbezahlt werden. Die Impfung hat bewiesen, zugleich äußerst wirksam und sehr gut verträglich zu sein. Es gibt also keinen Grund, etwas am bewährten Verfahren zu verändern. Die Erfolge in der Bekämpfung gefährlicher Tierseuchen dürften jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Tierbestände einer ständigen Bedrohung ausgesetzt sind.
Im Nachbarland Rheinland-Pfalz bereitet die Wildschweinepest weiterhin Sorgen, aber auch die afrikanische Schweinepest in Russland oder die Maul- und Klauenseuche in Asien sind heutzutage nur wenige Flugstunden entfernt. Die wärmeren Winter erlauben zudem die Ansiedlung neuer Insektenarten in unseren Breiten, die wiederrum neue Krankheitserreger mitbringen können. Nur durch eine gute Zusammenarbeit von Tierhaltern und Veterinärverwaltung können wir diese Bedrohungen beherrschen und die Erfolge der Vergangenheit fortsetzen erklärten Baron und Müller übereinstimmend.
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