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Wasserbehörde veranstaltet erste „Kinzig-Konferenz“

01.06.2010 - Pressemitteilung

Etwa 75 Teilnehmer aus dem Kreis der Kommunen, des Naturschutzes und der Landwirtschaft trafen sich jetzt im Barbarossasaal des Main-Kinzig-Forums in Gelnhausen, um sich über die Situation an den Oberflächengewässern im Einzugsbereich von Kinzig und Jossa zu informieren.Das Regierungspräsidium Darmstadt hatte als oberer Wasserbehörde zur ersten Kinzig-Konferenz eingeladen, um einen Überblick über den derzeitigen Sachstand zur Umsetzung des Maßnahmenprogramms nach der EU-Wasserrahmenrichtlinie zu geben.

Ziel des Maßnahmenprogramms ist die Erreichung des guten biologischen und chemischen Zustands an unseren Gewässern bis 2015, spätestens jedoch bis zum Jahr 2027. Die Zusammenhänge zwischen Gewässerqualität und der biologischen Vielfalt wurden seinerzeit in einem Bewirtschaftungsplan analysiert. Die Ergebnisse aus der Analyse zeigten deutlich Defizite an den Gewässern auf. Um die Defizite beheben zu können, wurde mit aktiver Beteiligung der Kommunen, der Fachbehörden, der Verbände und Vereine sowie der interessierten Öffentlichkeit ein Maßnahmenprogramm entwickelt. Durch die Hessische Umweltministerin Silke Lautenschläger wurde Ende 2009 das Maßnahmenprogramm für alle Kommunen verbindlich festgestellt.

Nach der Begrüßung durch Edgar Kreuzer, Leiter des Amtes für Umwelt, Naturschutz und ländlichen Raum des Main-Kinzig-Kreises und Elisabeth Geselle, Leiterin des Dezernates Oberflächengewässer beim Regierungspräsidium Darmstadt, Abteilung Arbeitsschutz und Umwelt erfolgten Vorträge von verschiedenen Referenten. Es wurde deutlich, dass die Fließgewässer als Lebensadern in der Landschaft betrachtet werden müssen und die biologische Vielfalt dieser Lebensadern vom guten Zustand der Gewässer abhängt.

Im ersten Vortrag gab Andreas Herz vom RP-Darmstadt einen Überblick zur historischen Entwicklung der Wasserrahmenrichtlinie von Inkrafttreten und Umsetzung in Nationales Recht bis zum heutigen Maßnahmenprogramm. Er zeigte auf, dass eine Vielzahl von Faktoren die „Lebensadern“ negativ beeinflussen und mit welchen Mitteln Abhilfe geschaffen werden kann. Anschließend veranschaulichte Christoph Poch von der Abteilung Wasser-und Bodenschutz des Main-Kinzig-Kreises, welche Möglichkeiten zur Umsetzung des Maßnahmenprogramms es im Zusammenhang mit den stattfindenden Gewässerschauen geben kann. Anhand eines Beispiels zeigte Poch auf, welche Vorteile darin bestehen, mit allen Beteiligten direkt vor Ort die erforderlichen Maßnahmen zu besprechen und zu vereinbaren. Hierbei geht es maßgeblich auch darum, Sofortmaßnahmen zu entwickeln, die keinen aufwendigen Planungsprozess erfordern und zügig umgesetzt werden können.

Jürgen Koch, Umweltbeauftragter der Stadt Gelnhausen und Jens Gramatski vom Ökobüro Gelnhausen gaben danach einen Überblick darüber, wie die ersten Schritte zur Umsetzung des Maßnahmenprogramms aus Sicht der Stadt derzeit aussehen. Auch hier wurde deutlich, wie wichtig die verfügbaren Uferrandstreifen am Gewässer sind. Fehlt dieser Uferrandstreifen oder Entwicklungskorridor, ist eine naturnahe Gewässerentwicklung gar nicht erst möglich. Die Flächenverfügbarkeit ist also ebenfalls ein wichtiges Thema für die Umsetzung des Maßnahmenprogramms.

Von Onno Diddens vom Amt für Bodenmanagement Büdingen, Abteilung Flurbereinigungsbehörde, wurde anschaulich aufgezeigt, welche kosteneffizienten Dienstleistungen diese moderne Behörde einbringen kann, um die erforderliche Flächenverfügbarkeit an den Gewässer neu zu regeln. Es wurde deutlich, dass bei einem größeren Parzellenzuschnitt die Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen erleichtert wird und gleichzeitig der erforderliche Entwicklungskorridor für das Gewässer entstehen kann.

Zum Schluss wurden von Andreas Herz die weiteren konzeptionellen Schritte zur Umsetzung des Maßnahmenprogramms auf kommunaler Ebene aufgezeigt und welche Institutionen bei diesem Prozess verschiedene Hilfestellungen geben können. Er regte die Kommunen und alle Beteiligten an, mutig zu sein um miteinander kosteneffiziente und effektive Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen. Frei nach dem Motto: „Gemeinsam ist alles machbar“. Jetzt gilt es für alle Beteiligten mit Hilfe des abgestimmten Maßnahmenprogramms konkrete Projekte im Einzugsbereich der Kinzig und Jossa vor Ort zu entwickeln. Eine Möglichkeit der Finanzierung dieser Projekte bietet unter anderem die „Richtlinie zur Förderung von Maßnahmen zur Gewässerentwicklung und zum Hochwasserschutz“ des Landes Hessen.


Pressestelle: Regierungspräsidium Darmstadt
Pressesprecher: Gerhard Müller
Telefon: 06151-125412E-Mail: pressestelle@rpda.hessen.de



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