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Regierungspräsidium informiert über Deichsanierung bei Trebur

Deichbaustelle Trebur
21.06.2010 - Pressemitteilung

Im Rahmen eines Ortstermins hat am Montag Regierungspräsident Johannes Baron Landes- und kommunale Vertreter über den Stand der Sanierungsarbeiten am Winterdeich bei Trebur informiert. Das Land Hessen verwirklicht, so Regierungspräsident Baron, vertreten durch das Regierungspräsidium Darmstadt, schon seit mehreren Jahren ein umfangreiches Sanierungsprogramm der Hessischen Winterdeiche an Rhein und Main. Rund 180 Mio. Euro wurden bislang dafür aufgewendet.

Die in die Jahre gekommenen Deiche, die wahrscheinlich zuletzt vor 100 Jahren saniert wurden, weisen nach den aktuellen technischen Richtlinien starke Schwächen hinsichtlich ihrer Standsicherheit auf. Die zu sanierenden Deiche sind in der Regel nicht ausreichend verdichtet, die Deichböschungen sind meist zu steil und bedürfen einer geführten Ableitung des Sickerwassers die durch einen Dränkörper erreicht wird. Die Bemessungswasserstände, die auf Grundlage neuester Erkenntnisse ermittelt wurden, bedingen eine Erhöhung der alten Deiche. Die Ausbauhöhen wurden in einer Ländervereinbarung zwischen Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen vom 28. Februar 1991 festgelegt und fortgeschrieben.

Die technische Richtlinie „DIN 19712- Flußdeiche“ enthält die maßgeblichen Vorgaben zum Ausbau des Deichquerschnittes. Sie schreibt ferner die Errichtung eines Deichverteidigungsweges an der landseitigen Böschung vor, der im Hochwasserfall den Wasserwehren eine Zufahrtsmöglichkeit zum Einsatz von Deichverteidigungsmaterial und Einsatzkräften bietet. Im Rahmen der Sofortmaßnahmen zur Erhöhung der Deichsicherheit (SDS) wurde in den Jahren 2003 und 2004 eine Rüttelschmalwand im Deichquerschnitt eingebracht. Diese wird im Zuge der Sanierung erhalten und dient im neuen Deich als wichtiges Element zur Verbesserung der Funktionssicherheit.

Seit Herbst 2009 wird die Regelsanierung des Rheinwinterdeichabschnittes „Trebur II“ zwischen Hessenaue im Süden und der Anbindung des Schwarzbachdeichs auf Höhe Astheim im Norden durchgeführt. Die Sanierung erfolgt auf ca. 3,7 km Länge. Im Rahmen der Deichsanierungsmaßnahme werden auch das Schließenbauwerk am Hauptkanal und die Deichscharte am Steindamm rückgebaut und neu erstellt, da auch diese Bauwerke nicht mehr den aktuellen technischen Vorgaben entsprechen.

Als Gemeinschaftsprojekt des Landes mit dem Astheim-Erfelder-Entwässerungs- verband (AEEV) und dem Wasserverband Schwarzbachgebiet-Ried (WSR) wird parallel zur Deichsanierung der Neubau des Pumpwerks Rabenspitze realisiert. Vor der Winterdeichlinie im Sommerdeich am Hauptkanal liegt das vorhandene Pumpwerk Rabenspitze. Es muss bereits bei etwa einem 10-jährlichen Rhein-Hoch- wasser außer Betrieb genommen werden, da dieses überflutet wird.

Insbesondere bei großen Hochwässern werden die Vorflutverhältnisse im Ried sowohl durch die Rückverlegung des Pumpwerkes an einen vor hohen Rheinwasser-ständen geschützten Standort hinter dem Winterdeich als auch durch die Erhöhung der Förderleistung verbessert. Außerdem, wird für den WSR ein optimierter Pumpbetrieb entlang des Rheins ermöglicht. Hierzu bedarf es einer Überleitung vom Schwarzbach mit einem Sielbauwerk zum neuen Pumpwerk. Die Spitzenförderung für das neue Pumpwerk wird von 1m³/s auf 5 m³/s erhöht.

Das Pumpwerk wird zunächst im Schutz (landseitig) des vorhandenen Winterdeiches in ca. 75m Entfernung zum vorhandenen Deich erbaut. Somit ist der Schutz vor Rheinhoch-wässern für die Bauausführung des Pumpwerks gewährleistet. Erst nach Fertigstellung des Pumpwerkes mit Anbindung an die Deichlinie wird der vorhandene Deich auf ca. 200m Länge zurückgebaut. Nach Inbetriebnahme des neuen Pumpwerkes kann das alte Pumpwerk Rabenspitze vollständig rückgebaut werden. Die Inbetriebnahme soll noch in 2010 erfolgen.

Zur Umsetzung der geplanten Maßnahmen im Zusammenhang der Baumaßnahme Trebur II ist eine Gesamtinvestition in Höhe von rd. 13 Mio. Euro erforderlich. Hiervon entfallen rund 4 Mio. Euro auf die Verbände. Dieser Anteil wird vom Land Hessen mit dem Förderprogramm „Zuwendung zur Planung, Erweiterung oder Sanierung von wasserbaulichen Anlagen und Maßnahmen, die der Entwässerung von deichgeschützten Gebieten dienen“ unterstützt. Die Bauzufahrt bei Astheim, die auch als Bauzufahrt für die Deichsanierungsmaßnahme Trebur III dient, wurde großräumig über landwirtschaftliche Wege, direkt an die L3040 „Mainzer Straße“ hergestellt. Damit werden Belastungen der sensiblen Wohngebiete Astheims vermieden. Der Fernradweg R6, der im Normalfall längs der Deichlinie verläuft, wurde großräumig in Abstimmung mit der Ordnungsbehörde umgeleitet. Die genutzten landwirtschaftlichen Wege und die unmittelbar an der Baustraße liegenden Gebäude sowie die Landmetzgerei am Deich wurden beweisgesichert.


Pressestelle: Regierungspräsidium Darmstadt
Pressesprecher: Gerhard Müller
Telefon: 06151-125412E-Mail: pressestelle@rpda.hessen.de



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